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Milchzucker für Küken
Darmgesundheit wird nicht nur durch eine solide Ernährung sichergestellt, sondern auch durch eine intakte Darmflora. Diese ist vor allem im Dickdarm angesiedelt, in welchem vorwiegend nur noch Wasser und Elektrolyte dem Nahrungsbrei entzogen werden. Damit es zu keinen Entgleisungen kommt, muss die Darmflora regelrecht gefüttert werden.
Diese Fütterung gelingt auf ganz einfache Art und Weise durch Ballaststoffe, wie sie im Grünfutter, Früchten oder Weizenkleie enthalten sind. Eine weitere Fütterungsquelle sind bestimmte Zucker. Einer davon ist Milchzucker.
Doch Milchzucker hat nicht nur Versorgungscharakter für die Darmflora, er ist auch für den Stoffwechsel eine energiereiche Quelle – zumindest bei den Säugetieren. Milchzucker wird von dem Verdauungsenzym (Lactase) sehr langsam gespalten. Deshalb führt er zu einer lang anhaltenden Versorgung des Organismus es und kommt in hohen Mengen unverdaut zu den Dickdarmbakterien, um diese zu ernähren. Letzteres ist vor allem beim Geflügel der Fall, da es nur eine ausgesprochen geringe Lactasemenge im Kropf aufweist, wodurch die Verdauung des Milchzuckers im Dünndarm so gut wie nicht stattfindet.
Neben dem Ernährungsaspekt hat Michzucker noch einen weiteren Vorteil. Im Dickdarm wandeln die Darmbakterien im Zuge Milchzuckerumsetzung diesen in Milchsäure, Essigsäure und Kohlensäure um. Diese Säuren erhöhen den so genannten osmotischen Druck im Darm. Als Folge strömt Wasser in den Darm. Der Kot wird dadurch weicher. Zugleich bewirken Darmgase die Förderung der Darmbewegung und damit die Kotabgabe. Milchzucker macht den Darm als schonende Verdauungshilfe mobil.
In der Kükenaufzucht kommt es zuweilen vor, dass der Kot im Dickdarm zu hart wird und letztlich ihn das Küken unter jämmerlichen Piepslauten nicht abgeben kann. Ursache ist eine geringe Wasseraufnahme in Verbindung mit zu trockenem, feinem Futter, wie es beim käuflichen Kükenmehl der Fall sein kann.
Abhilfe schaffen hier die Abkehr vom „Trockenfutter“ und die Rückkehr zu einer kükengerechten Fütterung mit Grobfutterpartikeln und feuchtigkeitsbehafteter Nahrung. Parallel ist ein verstärktes Augenmerk auf das Trinkverhalten der Küken in den ersten Tagen zu legen. Hier kann ein Zusatz von Milchzucker im Wasser die Kotkonsistenz verbessern helfen. Durch den bereits erwähnten erhöhten osmotischen Druck im Darm wird ein harter, verstopfend wirkender Kot vermieden, was allerdings eine ausreichende Wasseraufnahme der Küken voraussetzt.
Bekannte Züchter haben mit dem Milchzuckerzusatz im Trinkwasser beste Erfahrungen gesammelt und darüber berichtet. Sie geben zwei gehäufte Teelöffel Milchzucker auf einen Liter Trinkwasser, wobei etwas mehr nicht schadet, da es sich um ein Naturprodukt ohne Nebenwirkungen handelt. Derart versorgte Küken sind bei ihnen besonders fit und aktiv.
Im Dickdarm kommt es durch die bakterielle Milchzuckerumsetzung zu einer Ansäuerung des Darmmilieus. Dieses erhöht die Aufnahme von Mineralien bzw. Elektrolyten. Das soll vor allem für Kalzium gelten. Durch das leicht saure Milieu werden zudem säureempfindliche Fäulnisbakterien und verschiedene Pilze unterdrückt. Das fördert die Darmgesundheit und Abwehrkraft.
Milchzucker ist auch in Nahrungs- bzw. Futtermitteln enthalten. Extrem hohe Werte haben Molkepulver und Magermilchpulver (über 50g pro 100g). Die Kuhmilch hat 4,9 Gramm, Quark (Magerstufe) 4 Gramm und Joghurt 3 Gramm. Milchzucker kann man in jeder Drogerie und in jedem Supermarkt mit Drogerieabteilung kaufen.
Wer in der geschilderten Weise mit seinen Küken Probleme hat oder ganz einfach die Darmflora seines Geflügels, vor allem im Kükenalter, unterstützen will, der sollte durchaus den Milchzuckereinsatz einmal testen, zumal die Kosten sehr gering sind.
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