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Geflügelkrankheiten:
Lassen Sie mich ein paar Worte vorweg schreiben. Eine Krankheit diagnostizieren kann und soll nur ein Tierarzt, mit den ihm angeschlossenen Laboren, auch nur er sollte die Medikation festlegen, somit kann diese Seite auch nur der Information dienen!
Kolibazillose
Durch gewisse Typen von Escherichia coli, eine weit verbreitete Bakterienart, verursachte Krankheit, kommt vor allem bei bis zu 10 Wochen alten Hühnern und Puten vor. Die Tiere haben Fieber, fressen kaum, sträuben das Gefieder, sind matt und haben Durchfall mit gelbem oder weißem salbenartigem Kot. Gelenkentzündungen und Atmungsbeschwerden können dazu kommen; bei der Sektion werden auch Leberschwellung, Herzbeutel-, Luftsack- und Darmentzündung festgestellt. Diese Veränderungen sind jedoch nicht charakteristisch. Häufig gesellt sich die Kolibazillose zu einer schon vorhandenen Grundkrankheit. Ihre Diagnose wird durch bakteriologische Untersuchungen gesichert; Behandlung mit bestimmten Antibiotika ist möglich.
Koligranulomatose
Die Krankheit ist nicht sehr ansteckend; meist erkranken nur einzelne Tiere eines Bestandes. Sie wird ebenfalls durch bestimmte Stämme von Escherichia coli verursacht und äußert sich durch knotenartige Wucherungen (lat. Granula, Körnchen) in inneren Organen und der Haut. Bis faustgroße knotige Veränderungen finden sich am häufigsten an beiden Blinddärmen, oft auch in der Leber. Eine wirksame Behandlung ist nicht bekannt.
Salmonellosen
Diese Krankheitsgruppe wird durch verschiedene der zahlreichen Arten von Salmonella- Bakterien verursacht. Salmonellosen verlaufen bei Jungtieren meist als gefährliche akute Allgemeinerkrankung, bei erwachsenen Tieren häufig chronisch; beim Wassergeflügel treten sie oft nur als Infektion ohne Krankheitserscheinung auf. Im Krankheitsfall kommt es zur Schädigung vor allem von Leber, Milz und Nieren sowie Magen- Darm- Kanal und Gelenken.
Pollorumkrankheit oder Weiße Kükenruhr
wird durch Salmonella galinarum hervorgerufen. Sie ist eine der verbreitetsten und häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten der Hühner. Ihre Übertragung erfolgt hauptsächlich über das Ei. Küken erkranken mit schweren Allgemeinstörungen und weißem, kreideartigem Durchfall; viele sterben. Bei älteren Hühnern kommt es zur chronischen Erkrankung mit wenig charakteristischen Anzeichen. Embryonen in infizierten Eiern sterben häufig am 19. Bebrütungstag ab, aus anderen Eiern schlüpfen schwache, offensichtlich kranke Küken mit Durchfall. Die meisten Krankheitsfälle bei Küken aus infizierten Eiern treten allerdings während der 2. und 3. Lebenswoche auf. Bei Infektion nach dem Schlupf beträgt die Inkubationszeit 2 bis 5 Tage- Atemnot, Mattigkeit, schwankender Gang, Frieren, Futterverweigerung vermehrtes Trinken, Abspreizen der Flügel, struppiges Gefieder, Schwierigkeiten beim Kotabsatz, Piepsen und klagende Laute können beobachtet werden. Bei 3 bis 4 Wochen alten Tieren treten sehr schmerzhafte Gelenkschwellungen auf. Die Diagnose wird durch serologische, vor allem aber bakteriologische Untersuchungen gesichert. Vom Erreger befallene Tiere sind zu merzen. Bestimmte Sulfonamide (z. B. Sulfadimidin) können die Sterblichkeitsrate herabsetzen. Durch ständige serologische Kontrolle und Merzung befallener Tiere müssen Hühnerbestände pullorumfrei gemacht werden.
Paratyphoidkrankheiten
Als Paratyphoidkrankheiten bezeichnet man alle anderen nicht durch Salmonella gallinarum verursachten Salmonellosen des Geflügels. Die Eier werden schon als Dotter im Eierstock oder durch die Eischale beim Durchtritt durch die Kloake infiziert. Kot von Dauerausscheidern und verseuchte Futtermittel können zu Infektionsquellen werden. Unter erwachsenen Hühnern entwickeln sich Dauerausscheider ohne offensichtliche Krankheitserscheinungen. Die Diagnose muss durch bakteriologischen Nachweis der Salmonellen gesichert werden. Bestimmte Antibiotika (Tetrazykline) können die Todesfälle einschränken. Da Salmonellen auch für die Gesundheit des Menschen nicht ungefährlich sind, empfiehlt sich die Merzung der erkrankten Tiere.
Geflügelcholera
Diese sehr ansteckende bakterielle Allgemeinerkrankung aller Hausgeflügelarten wird durch Pasteurella multocida ausgelöst (Pasteurellose) und kann viele Todesfälle in einem Bestand verursachen. Verbesserung der Haltungsbedingungen und strenge Kontrolle importierten Geflügels haben das Auftreten der früher weit verbreiteten Krankheit seltener werden lassen. Die Übertragung erfolgt meist von Tier zu Tier; die Erreger werden eingeatmet. Ungünstige Haltungs-, Fütterungs- und Wetterbedingungen können den Ausbruch der Krankheit ebenso begünstigen, wie Mauser oder hohe Legeleistung. Der Erreger kann lange Zeit in einem Bestand vorhanden sein, ohne dass es zu Erkrankungen kommt. Die Inkubationszeit beträgt häufig nur 1 bis 2 Tage, dann treten Mattigkeit, Futterverweigerung, vermehrtes Trinken, gesträubtes Gefieder, Teilnahmslosigkeit, zumeist grünlicher Durchfall, schaumig- schleimiger Nasenausfluss, Blauverfärbung von Kamm und Kehllappen, Atmungsbeschwerden mit Rasselgeräuschen und Krämpfen auf. Das Sektionsbild ist häufig durch Blutungen und Leberveränderungen gekennzeichnet. Eine Behandlung ist mit Immunserum (z. B. Sulfadimin) möglich. Hygiene, gute Haltungsbedingungen, Quarantäne für neu einzustellende Tiere, bei chronischen Ausbruch Vorbeugebehandlung mit Sulfonamiden und Impfungen können das Auftreten der Krankheit oder ihre Ausbreitung verhindern.
Tuberkulose
Sie wird beim Geflügel durch Mycobacterium avium verursacht, ist sehr ansteckend und verläuft schleichend chronisch. Störungen des Allgemeinbefindens, Abmagerung und Verminderung der Legeleistung treten häufig erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien auf. Der Erreger wird meist über den Magen- Darm- Kanal aufgenommen. In Erdboden und Einstreu bleibt er lange ansteckungsfähig. Die Inkubationszeit ist im allgemeinen sehr lang- am häufigsten finden sich in Leber, Milz und Darm weiße bis gelbliche, bis walnussgroße Knoten mit verkästen Zentren. Offensichtlich erkrankte Tiere leben meist noch 6 bis 8 Wochen. Die Infektion wird am lebenden Tier mit der allergischen Tuberkulin- Kehllappenprobe oder einer serologischen Methode, der Frischblut- Schnellagglutination, nachgewiesen. Bakteriologische Untersuchung und Sektionsbefund sichern die Diagnose; eine wirksame Behandlung gibt es nicht. Ständige Kontrolle der Bestände und Merzung der bei der Tuberkulin- Probe positiv reagierenden Tiere sind Voraussetzung für Tuberkulosefreiheit.
Mykoplasmose
Die chronische Atmungskrankheit ist eine zögernd verlaufende Entzündung der Atmungsorgane der Hühnervögel; der Erreger ist Mycoplasma gallisepticum. Das Krankheitsbild wird häufig durch andere Erreger, z. B. Kolikeime, kompliziert. Die Ansteckung erfolgt von Tier zu Tier und über Zwischenträger; schon Eier können infiziert sein. Die Inkubationszeit dauert länger als 30 Tage. Es kommt zu Augen- und Nasenausfluß, Niesen sowie Schleuderbewegungen und auch zu Schwellungen des Kopfes. Bei manchen Tieren entstehen rasselnde Atmungsgeräusche. Erwachsene Tiere erkranken nicht so schwer wie junge, ältere Hühner haben oft nur milden Schnupfen. Die Diagnose wird durch Erregernachweis und serologische Untersuchungen gesichert. Behandlung mit bestimmten Antibiotika ist möglich.
Ornithose (griech. Ornis, Vogelnest).
Die durch Chlamydia psittaci verursachte Krankheit der Vögel ist auch auf den Menschen übertragbar. Eine Sonderform der Ornithose ist die Psittakose, die Papageienkrankheit. Am häufigsten werden junge Vögel befallen, die im allgemeinen symptomlos erkranken. Die Abwehrkraft der Tiere herabsetzende Einflüsse, z. B. Kälte, Hitze, schlechte Hygiene, Haltung auf engem Raum, Transport, können aber offensichtlich sogar Massen- und Bestandserkrankungen auslösen. Die Infektion erfolgt vor allem nach Einatmung von erregerhaltigem Staub- die Krankheitserscheinungen sind nicht charakteristisch; häufig tritt Lidbindehautentzündung auf. Bei der Sektion werden im allgemeinen Milz- und Leberschwellung sowie Entzündung des Bauchfells und der Luftsäcke festgestellt. Aber auch diese Veränderungen sind nicht typisch. Die Diagnose wird durch serologische Untersuchung, Erregernachweis, histologischen Nachweis und Tierversuch gesichert. Eine Behandlung mit bestimmten Antibiotika (Tetrazykline) ist möglich. Menschen erkranken unter grippeähnlichen Erscheinungen und an einer recht charakteristischen Lungenentzündung.
Ansteckende Gehirn- Rückenmark- Entzündung
Die sogenannte aviäre Enzephalomyelites wird durch ein Virus verursacht und führt bei Küken während der ersten Lebenswochen zu zentralnervösen Störungen mit Lähmung der Beine, Krämpfen mit Faustbildung der Zehen und zahllosen Todesfällen. Bei erwachsenen Hühnern fällt die Legeleistung ab, und die Schlupffähigkeit der Küken ist vermindert. Das Virus wird über das Ei und von Tier zu Tier übertragen. Mikroskopische Untersuchung des Zentralnervensystems sichern die Diagnose; eine wirksame Behandlung ist nicht bekannt. In befallenen Beständen entwickelt sich allmählich eine Immunität, die auch auf die Eier übertagen wird. Ein Schutz der Hühner durch Vakzine- Impfung ist möglich.
Infektiöse Bronchitis
Dies hochgradig ansteckende und meist akut verlaufende Krankheit der Atemwege wird ebenfalls durch ein Virus verursacht. Die Übertragung erfolgt meist über Kontakt, durch Tröpfchen aus den Luftwegen erkrankter Hühner, aber auch durch Zwischenträger. Die Inkubationszeit beträgt 36 Stunden und länger. Bei Küken treten danach zusammendrängen, Nasenausfluss, erschwertes Atmen, oft mit offenem Schnabel, auf, und auch Rasselgeräusche können zu hören sein. Mitunter stellen sich Husten, Niesen, Augenausfluss und Schwellungen des Kopfes ein, und es kann zu Mattigkeit und Festliegen kommen. Über 6 Wochen alte Hühner haben im allgemeinen keinen Nasenausfluss, zeigen dagegen aber Atemnot, Rasselgeräusche und Husten. Legeleistung und Schlupffähigkeit sinken rasch; zum Teil werden missgestaltete, dünnschalige Eier gelegt. Todesfälle kommen besonders bei Küken vor. Eindeutige Diagnose ist nur durch Erregernachweis möglich; spezifische Behandlung erkrankter Tiere ist nicht bekannt, Schutzimpfungen hingegen sind möglich. Die beste Vorbeuge besteht in strenger Isolierung der Küken vom ersten Lebenstag an.
Leukose
Eine Gruppe virusbedingter Krankheiten, die durch hemmungslose Vermehrung unreifer Blutzellen und durch geschwulstähnlich wachsende, bösartige Wucherungen der blutbildenden Gewebe gekennzeichnet sind. Alle Organe können befallen sein; am häufigsten und stärksten sind Leber und Milz betroffen. Die Erkrankung verläuft meist schleichend, ihre Erscheinungen sind uncharakteristisch. Neben Mattigkeit und Abmagerung treten mitunter tastbare Schwellungen und Knoten in Haut und Organen auf. Eine wirksame Behandlung ist nicht bekannt; Hygiene bei der Brut und isolierte Aufzucht kann Leukose verhüten.
Atypische Geflügelpest
Die nach dem Ort ihres ersten Auftretens 1926 auch als Newcastle- Krankheit bezeichnete Viruserkrankung ist hochgradig ansteckend und neigt zu schneller Ausbreitung. Der Erreger wird von erkrankten Hühnern mit Ausfluss aus Schnabel- und Nasenhöhle und mit dem Kot ausgeschieden oder durch Eier von erkrankten sowie durch Organe, Körperteile und Federn von geschlachteten oder gestorbenen Hühnern verbreitet. Die Inkubationszeit beträgt 5 bis 8 Tage. Fieber, Durst, mangelnde Fresslust, Zusammenkauern, Mattigkeit, Zusammenkauern, Schläfrigkeit, Entzündung des Kropfes, Schleim in der Schnabelhöhle, wässriger, gelbweißer bis grüner Durchfall, Atemnot mit singendem, klagendem Geräusch bei der Einatmung, rasselnde Atmung, Austritt von Schleim aus den Nasenlöchern, Kopfschütteln und Wegschleudern des Schleims, Blauverfärbung von Kamm und Kehllappen sowie mitunter Lähmung und plötzliches starkes Absinken der Legeleistung können auftreten. Virusnachweis und serologische Methoden sichern die Diagnose. Bei der Sektion weisen feine Blutpunkte im Drüsenmagen, aber auch an anderen Organen auf das Vorliegen dieser Seuche hin. Es gibt keine wirksame Behandlung; Impfungen können Schutz gewähren. Die Erkrankung ist meldepflichtig, ihre Bekämpfung durch gesetzliche Vorschriften geregelt.
Pockendiphtheroid
Ebenfalls durch ein Virus verursacht, äußert sich sehr ansteckende Erkrankung der Hühnervögel und Tauben in pockenähnlichen Veränderungen der Haut und bzw. oder diphterieähnlichen der Kropfschleimhäute. Sie tritt hauptsächlich im Herbst und Winter bei gleichzeitig schlechten Haltungsbedingungen auf. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt, auch durch gesund erscheinende Dauerausscheider, freilebende Vögel und Insekten; die Inkubationszeit beträgt 4 bis 14 Tage. Bei der Hauptform bilden sich an den Kopfbehängen und Gesichtsflächen Pocken, halbkugelförmige Knoten mit zunächst glatter, später zerklüfteter Oberfläche. Beim Diphtheroid kommt es zu Veränderungen an der Schnabelhöhlen- und Rachenschleimhaut, wie Rötung, Schwellung, rundlichen gelblich- weißen Flecken, die schließlich zu bräunlichen oder käsigen Auflagerungen werden. Die Hauptform kann ohne Störungen des Allgemeinbefindens verlaufen; beim Diphtheroid können Mattigkeit, Atemnot, Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme und Todesfälle auftreten. Tierversuch, Nachweis von Erregern und Einschlußkörperchen sowie serologische Proben sichern die Diagnose. Verbesserung der Haltung, Antibiotika- und Vitamingaben (vor allem Vitamin A) unterstützen die Heilung. Impfungen können die Erkrankung verhindern.
Ansteckende Kehlkopf- Luftröhren- Entzündung
Die infektiöse Laryngotracheitis ist eine durch ein Virus verursachte Krankheit der Hühner und Fasanen, die mit Atmungsstörungen einhergeht. Nach Überstehen der Erkrankung können Hühner noch bis 16 Monate den Erreger ausscheiden; die Inkubationszeit beträgt 2 bis 12 Tage. Zunächst tritt wässriger, schließlich käsiger Augenausfluss auf, und die Augenlider schwellen. Es kommt zu wässrigem, gelbem, später schleimig- eitrigem Nasenausfluss, in Schnabelhöhle und Schlund, an der Zunge und im Kehlkopf entwickeln sich käsige Massen. Entzündung von Kehlkopf und Luftröhre führt zu Atemnot. Nachweis von Einschlußkörperchen, Tierversuch und verschiedene Testmethoden sichern die Diagnose. Wirksame Behandlung ist nicht bekannt; erkrankte Tiere sind möglichst zu schlachten. Der desinfizierte Stall ist erst nach 2 Monaten wieder zu besetzen. Impfungen können vor Krankheit schützen.
Virushepatitis
Der Erreger dieser Leberkrankheit der Entenküken wird mit dem Kot ausgeschieden und beim Fressen oder bei der Atmung aufgenommen. Die meisten Tiere werden im Alter von 3 bis 12 Tagen befallen, über 5 Wochen alte Enten erkranken kaum noch. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 5 Tagen erscheinen die Entenküken schläfrig, können nicht mehr stehen, liegen auf der Seite, zucken mit den Beinen und sterben meist innerhalb der ersten 24 Stunden nach Krankheitsbeginn, wobei sie den Kopf nach dem Rücken biegen und die Beine nach hinten strecken. Auch Gleichgewichtsstörungen und unkoordinierte Bewegungen können zuvor auftreten. Virusnachweis, serologische Prüfung und histologische Untersuchung der Leber sichern die Diagnose. Die Leber der gestorbenen Tiere ist geschwollen, hell lehmgelb und weist Blutungen auf. Vorbeugende und Notimpfungen haben Erfolg.
Mareksche Krankheit
Die nach ihrem Entdecker so genannte Viruserkrankung tritt bei jungen Hühnern seuchenhaft auf, verläuft chronisch und geht mit Lähmungserscheinungen einher. Der Erreger wird mit Bruteiern, Kot, Futter und Wasser übertragen. Die Inkubationszeit schwankt zwischen 2 und 6 Monaten. Erkrankte Hühner laufen parademarschähnlich, heben die Beine sehr hoch und setzen sie hart auf. Dann tritt Beinschwäche ein, die Tiere taumeln und liegen viel. Es kann aber auch nur ein Bein lahm erscheinen, meist mit Veränderung der Zehenstellung. Manche Hühner liegen in Spagatstellung, ein Bein nach vorn, das andere nach hinten gestreckt. Auch Krämpfe und völlig unkoordinierte Bewegungen sowie Formveränderungen der Pupille, die auf Lichteinfall schlecht oder überhaupt nicht mehr reagiert, können auftreten. Die Nervenstränge der erkrankten Beine und Flügel sind gleichmäßig oder knotig verdickt. Knotenförmige, geschwulstähnliche Veränderungen können auch an inneren Organen bestehen; diese Eingeweideform tritt akut zunehmend auf. Haben sich Küken infiziert, so treten zwischen dem 60. Und dem 180. Lebenstag die meisten Todesfälle ein. Die Diagnose wird durch histologische Untersuchung der veränderten Nerven gesichert. Eine wirksame Behandlung ist nicht bekannt. Bestände, in denen die Krankheit auftritt, sind am besten zu schlachten. Zur Bildung marekfreier Bestände sind in strenger Bruthygiene aus Eiern von über 2 Jahre alten Hennen Küken zu gewinnen, die isoliert aufzuziehen sind. Im Alter von über 14 Wochen infizieren sich Hühner im allgemeinen nicht mehr.
Kokzidiose
Auch beim Geflügel bringt die durch Einzeller hervorgerufene Erkrankung vor allem bei 2 bis 10 Wochen alten Jungtieren hohe Verluste. Bei der Blinddarmkokzidiose der Küken ist der Kot dünnflüssig, grünlich, dann schaumig, schokoladenfarbig, schließlich blutig; die Krankheit wird daher auch als Rote Kükenruhr bezeichnet. Bei Erwachsenen Tieren kommt es nur zur Leistungsminderung. Nachweis von Entwicklungsstadien der Kokzidien im Kot und Sektion sichern die Diagnose. Kokzidiostatika, werden den industriell hergestellten Geflügelmischfuttermitteln beigemischt und können so der Erkrankung vorbeugen. Behandlung mit bestimmten Sulfonamiden ist möglich.
Wurmbefall
Das Auftreten von Band- oder Rundwürmern kann zu mehr oder weniger ausgeprägten Leistungsminderung und unter Umständen zum Tod führen. Die Diagnose wird durch Nachweis der Geschlechtsprodukte im Kot gestellt. Bekämpfung mit chemischen Präparaten ist möglich, jedoch wirken gegen die einzelnen Wurmarten meist unterschiedliche Mittel, so dass der Bekämpfung eine Artbestimmung der Parasiten vorangehen muss. Die Mittel werden mit dem Futter oder Wasser verabreicht. Bei Bandwurmbefall müssen Zwischenwirte der Bandwürmer, z. B. Käfer, Fliegen, Ameisen, Schnecken, ausgeschaltet werden.
Vogelgrippe (H5N1)
Das Virus Influenza A/H5N1 ist behülltes Einzel(-)-Strang-RNA-Virus aus der Familie der Myxoviren und besitzt zwölf Proteine. Der Durchmesser des Virus liegt bei etwa 100 Nanometer. Insgesamt besitzt es 14.000 Nukleotide.Der Erhalt der Infektionsfähigkeit des Erregers ist in der Außenwelt nicht sehr hoch und kann durch die handelsüblichen Desinfektionsmittel unschädlich gemacht werden. Jedoch kann das Virus, geschützt durch organisches Material wie Körpersekrete, Kot und Ähnliches, in Tierställen und insbesondere bei niedrigen Temperaturen einige Wochen überstehen. Infektiös bleiben die Viren bei 4 °C zum Beispiel ca. 30 - 35 Tage in Kot, Geflügelfleisch oder gelagerten Eiern, bei 37 °C hingegen nur sechs Tage. Nach bisherigen Erkenntnissen sind die Viren nicht mehr infektiös, wenn sie Temperaturen über 70 °C ausgesetzt wurden, so dass eine Übertragung über durchgegarte Eier, Geflügel- und andere Fleischprodukte als ausgeschlossen gilt. Übertragung von Tier zu Tier. Die Folgen der H5N1-Ausbrüche gelten laut New Scientist mittlerweile als die schlimmste Erkrankungswelle, die jemals unter Tieren bekannt geworden ist, vergleichbar allenfalls mit der Rinderpest. Grundsätzlich werden bei Zuchtgeflügel die gleichen Infektionswege wie bei anderen Influenzaviren beobachtet: die Viren verbreiten sich über Kotpartikel, die über so genannte Hühnerabfälle (Tierreste) auch in industrielles Geflügelfutter gelangen, sowie beim Schlachten über Blut, daneben auch über Kleidung und Arbeitsgeräte.
Autor: Hans- Uwe Schwarz
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